Kursleiterin

Einerseits gilt es, die handwerklichen Techniken zu vermitteln und andererseits liegt es mir am Herzen, den Kursteilnehmern das Fühlen und das eigene Erleben am Material Weide ins Bewusstsein zu holen. Ehrgeiz mit dem Focus auf das perfekte fertige Ergebnis begegne ich mit der Haltung von „Hier gibt es kein Gut und kein Schlecht“.

Schritt für Schritt führe ich die meist ungeübten Kursteilnehmer zum fertigen Ergebnis. Die Ernte ist dann Freude und ein Hauch von Stolz. Im Schaffensprozess lenkt die Weide durch ihre Zähigkeit und Widerspenstigkeit auf Themen wie z.B. Konzentration, Einfühlungsvermögen, Führung, Durchhaltekraft, Geduld und Langmut. Teilnehmer mit zu starkem Wollen, Wut und Ungeduld konfrontiert die Weide mit dem Thema „auf Biegen und Brechen“.

Meine Werkstatt ist ein Ort der Kreativität und Regeneration. Hier können auch Einzelpersonen ihr Alltags Getriebe hinter sich lassen. Der plappernde Verstand kommt zum Schweigen. Unter den Händen entstehen neue Formen und vermitteln ein Gefühl der Zufriedenheit.

Weidenkünstlerin

Neben den Alltagspflichten in Familie und Betrieb war es mir immer ein Urbe-
dürfnis, mich künstlerisch auszudrücken. Wolle, Ton, Holz und Stein bot mir
über die Jahre Werkmaterial mit unterschiedlichem Erleben von Widerstand
und Gestaltungskraft.

Die Weide vereinigt in sich, wie kein anderes Werkmaterial, die Polarität von
Geschmeidigkeit und Zähigkeit mit Widerspenstigkeit und Starre. Im Umgang
mit der Weide offenbart sich mir ein Hauch Magie und Psychologie, wenn die
Weide im Schaffensprozess innere Themen ins Bewusstsein holt. Die Arbeit
mit Weide stillt mein tiefes Bedürfnis mich künstlerisch/gestalterisch mit mei-
nen Alltagsthemen und philosophischen Aspekten auseinanderzusetzen. Der
Schaffensprozess berührt meine Seele und wird dadurch für mich zur Kunst.

Meine Weiden-Skulpturen berühren die Betrachtenden und erinnern sie an
Selbst-Durchlebtes, bzw. hart Durchlittenes; manchmal schon fast verges-
sene weiche Gefühle von kindlicher Gelassenheit, Vitalität, Leichtigkeit und
Lebensfreude werden wieder lebendig.
In Paaren von Holzrahmen mit Weiden lasse ich Bilder zu verschiedenen The-
men entstehen, die vom Leben erzählen: Einsicht – Rückschlag, Geschmei-
digkeit begegnet Geschmeidigkeit – Geschmeidigkeit begegnet Starre.

Zur Person

Mitten im schönen Münsterland lebe ich, Jahrgang 1963, umgeben von Wiesen, Feldern und Bauernhöfen in einer Gärtnersiedlung.
Nach meiner Ausbildung zur Gärtnerin und Gartenbau-Ingenieurin arbeitete ich, zusammen mit ihrem Ehemann Uli, seit 1988 im Familienbetrieb Wissing. Die Zierpflanzengärtnerei entwickelte sich zu einer modernen Produktionsstätte von Topfpflanzen. Mein Mann führt die Gärtnerei als GbR noch bis zur baldigen Übergabe.

Den kreativen Ausgleich zum Arbeitsalltag fand ich in Waldorfkindergarten und -schule meiner beiden Söhne in Münster. Das Verarbeiten von Naturmaterialien wie z.B. Wolle, Stein, Ton, Holz und Weide gehörten dazu. Die Liebe zur Weide war am stärksten und ist zu meiner Berufung geworden.
In Workshops von Kerstin Eickmeier in Porta Westfalica ließ ich mich in den Grundlagen des Weidenflechtens ausbilden. In meiner Weidenwerkstatt, bei meinen Kursen mit Erwachsenen und manchmal auch Kindern entstehen seit 2013 Weidenobjekte für Haus und Garten, die unabhängig sind vom Wert und Nutzen der herkömmlichen Korbflechterei.

Meine Weidenfiguren erinnern uns Erwachsene an das Lebensgefühl kindlicher Unbekümmertheit, Lebensfreude, Leichtigkeit, Vitalität, Gelassenheit, Gleichgewicht und Risikobereitschaft. Ich zeige meine Weiden-Werk-Kunst in verschiedenen Ausstellungen für Kunsthandwerkerinnen und Künstler.

Willkommen

Liebe Besucherin, lieber Besucher, auf meiner Webseite finden Sie viele Bilder und Impressionen zu meinem künstlerischen Schaffen und den Workshops. Viel Freude auf Ihrer Entdeckungstour!